Fahrländer Partner Raumentwicklung
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Fahrländer Partner Raumentwicklung, kurz FPRE, verkauft und vermittelt keine einzige Wohnung. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als "privates Beratungs- und Forschungsunternehmen mit Hauptsitz in Zürich und Niederlassungen in Bern und Frankfurt am Main", und genau diese Distanz zum Vermittlungsgeschäft ist der Grund, warum FPRE regelmässig für Gerichte, Behörden und Investoren arbeitet, die eine von jedem Verkaufsinteresse unabhängige Einschätzung brauchen. Sogar Maklerinnen und Makler zählt FPRE zu seinen Kunden, weil man ihnen "evidenzbasierte Marktdaten und Tools" zur Verfügung stellt, mit denen diese ihren eigenen Verkaufsprozess optimieren, nicht weil FPRE selbst als Makler auftritt.
Ein breites Bewertungsangebot, klar gegliedert
Auf der eigenen Dienstleistungsseite gliedert FPRE seine Bewertungsarbeit in mehrere Sparten. Transaktionsbewertungen umfassen Akquisitionsbewertungen und Zweitmeinungen zu bereits vorliegenden Gutachten. Land- und Projektbewertungen decken Grundstücke und Projekte mit fundierten Analysen und Machbarkeitsstudien ab. Mehrwertermittlungen richten sich an Behörden und Grundeigentümer, die planungsbedingte Mehrwerte auf verschiedenen Raumebenen modellieren oder Fragen zur Mehrwertabgabe klären müssen. Für Renditeliegenschaften, Büro-, Verkaufs-, Gewerbe-, Industrie- und Logistikflächen erstellt FPRE hedonische Mietzinseinschätzungen und Ertragsanalysen, auch für Hotellerie- und Gastronomiebetriebe über deren Umsatzmieten. Und unter Spezialitäten führt FPRE Betreiberimmobilien, Infrastrukturbauten, Baurechtsverträge und die Ermittlung historischer Werte auf, Fachgebiete, in denen sich die eigenen Angaben nach breiter Erfahrung des Teams richten.
Auch die einzelne Eigentumswohnung
Zwischen diesen institutionellen Themen findet sich ein Angebot, das direkt an Privatpersonen adressiert ist: Unter "Bewertungen von Wohneigentum" bewertet FPRE als unabhängige Experten das Einfamilienhaus oder die Eigentumswohnung nach anerkannten Methoden und berät auf Wunsch auch in ökonomischen Fragen während des Kauf- oder Verkaufsprozesses. Das ist bemerkenswert für ein Unternehmen, dessen sonstiges Angebot stark auf institutionelle und behördliche Auftraggeber zugeschnitten ist: Wer nur ein einzelnes Haus bewerten lassen will, muss hier keinen ganzen Portfolioauftrag mitbringen.
Gerichtsgutachten als eigener Bereich
Für Streitfälle unterhält FPRE einen eigenen Bereich Gerichtsgutachten: Zertifizierte Experten werden von Gerichten, aber auch im Rahmen von Mediationsverfahren beauftragt, Gutachten mit Lösungsansätzen zu immobilienökonomischen Fragestellungen auszuarbeiten. Diese Formulierung ist präziser, als sie zunächst klingt: FPRE stellt nicht nur eine Zahl bereit, sondern arbeitet ausdrücklich mit Lösungsansätzen für die zugrunde liegende Fragestellung, was bei einem gerichtlichen Verfahren oder einer Mediation oft mehr zählt als der reine Marktwert.
Mehr als nur Zahlen: Beratung und Nachhaltigkeit
Neben der eigentlichen Bewertung führt FPRE einen eigenen Beratungsbereich, der über den reinen Marktwert hinausgeht: Immobilienstrategie für Investoren, Standort- und Marktanalysen als Grundlage für Projektrealisierungen, soziodemographische Analysen mit Inzidenzanalysen und Nachfragersegmentierungen, regionalökonomische Analysen zu Wirtschaftsstrukturen und Standortfaktoren sowie statistische Studien im Auftrag Dritter. FPRE-Fachleute wirken zudem in Wettbewerben und Testplanungen mit, etwa in Projektteams oder Jurys. Ergänzend hat sich das Unternehmen dem Themenfeld Nachhaltigkeit und ESG zugewandt, sowohl auf Ebene der Einzelimmobilie als auch für ganze Organisationen, und unterstützt Kundinnen und Kunden nach eigener Aussage dabei, diese Fragen zu beantworten und in konkreten Vorhaben umzusetzen. Das erweitert das Bild eines reinen Bewertungsbüros um eine strategische Beratungsschicht, die vor allem institutionelle Auftraggeber betrifft.
Standorte in drei Ländern
FPRE gibt in der Fusszeile seiner Website drei Standorte an: Zürich als Hauptsitz, dazu Bern und Frankfurt am Main. Für ein auf den ersten Blick auf den Kanton Zürich fokussiertes Angebot ist das eine bemerkenswerte geografische Reichweite, die zur Selbstbeschreibung als Beratungs- und Forschungsunternehmen mit Niederlassungen in der Schweiz und in Deutschland passt. Für ein Bewertungsmandat im Grossraum Zürich bedeutet das in der Praxis vor allem eines: FPRE bringt Marktdaten und Vergleichswerte aus einem Netzwerk, das über den engeren Perimeter Zürichs hinausreicht.
Der Kopf hinter der Bewertungssparte
Für den Bereich Bewertung nennt FPRE einen konkreten Ansprechpartner: Arno Curschellas, laut eigener Angabe Partner der Firma, diplomierter Bauingenieur FH und Immobilienökonom mit einem MAS Real Estate Management. Diese Kombination aus bautechnischer Grundausbildung und wirtschaftswissenschaftlicher Zusatzqualifikation deckt sich mit dem Anspruch der Firma, Bewertungen nicht rein statistisch, sondern mit einem Verständnis für die bauliche Substanz der jeweiligen Liegenschaft zu erstellen.
Forschung statt nur Dienstleistung
FPRE positioniert sich ausdrücklich auch als Forschungsunternehmen, nicht nur als Dienstleister. Die eigenen Experten dozieren nach Angaben der Website an der Universität Zürich im Rahmen des CUREM zu hedonischer Methode, Mehrwertausgleich und Masterarbeiten, halten Gastvorträge an der ETH Zürich zu Standort- und Projektentwicklung und lehren an der Hochschule Luzern, der Berner Fachhochschule, der ZHAW, der Universität St. Gallen (HSG) zu Immobilienbewertung sowie an der Universität Stuttgart und der DIA der Universität Freiburg zu internationaler Immobilienbewertung. Dazu kommen eigene Publikationen: FPREview liefert einmal jährlich einen Überblick über den Schweizer Immobilienmarkt im ersten Quartal sowie drei weitere Fokusthemen im Jahresverlauf, und der Immobilien-Almanach Schweiz deckt die Jahre 2012 bis 2023 ab. Wer eine Bewertung von FPRE bezieht, kauft damit indirekt auch den Zugriff auf diese kontinuierliche Marktbeobachtung ein, nicht nur eine punktuelle Einschätzung.
Werkzeuge für alle, die selbst rechnen wollen
Neben klassischen Mandaten bietet FPRE mit IMBAS auch ein Selbstbedienungswerkzeug an, mit dem sich nach eigener Beschreibung Analysen und Bewertungen von Immobilien selbst erstellen lassen, ergänzt um Module wie Gemeindechecks, Makro-Lageratings, Standort- und Umgebungsanalysen sowie eigene Bewertungsmodelle für Wohneigentum, Renditeimmobilien und Mietobjekte, teils mit der DCF-Methode. Das richtet sich klar an ein anderes Publikum als das persönliche Gerichtsgutachten: an Fachleute, Banken oder Investoren, die selbst rechnen wollen, statt ein fertiges Gutachten zu bestellen.
Was auf der Seite fehlt
Eine konkrete Preisangabe für eine einzelne Bewertung eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung nennt die Website nicht. Wer als Privatperson eine einzelne Bewertung braucht, muss also anfragen, statt sich vorab an einer publizierten Preisspanne zu orientieren, wie das andere, kleinere Anbieter im Kanton Zürich tun. Angesichts der Grösse und der institutionellen Ausrichtung des Unternehmens ist das wenig überraschend, aber für eine schnelle Kostenorientierung bleibt die Website an dieser Stelle unpräzise.
Für wen sich FPRE eignet
FPRE passt am besten zu Anwälten, Gerichten und Behörden, die ein belastbares Gerichtsgutachten mit Lösungsansätzen brauchen, zu institutionellen Eigentümern mit Mehrwertfragen oder Land- und Projektbewertungen, und zu Privatpersonen, die eine unabhängige Bewertung ihres Einfamilienhauses oder ihrer Eigentumswohnung ohne jede Verkaufsabsicht des Bewerters suchen. Wer stattdessen eine Immobilie verkaufen möchte und dafür gleich eine Maklerfirma sucht, findet bei FPRE ausdrücklich keine Vermittlungsleistung.
Fazit
FPRE verbindet akademische Forschung, eigene digitale Bewertungswerkzeuge und klassische Gerichtsgutachten in einem Unternehmen, das sich bewusst nicht am Verkauf von Liegenschaften beteiligt. Für ein einzelnes Eigenheim ist das Angebot etwas grösser dimensioniert, als man es von einem lokalen Bewertungsbüro erwarten würde, aber genau diese Verbindung aus universitärer Anbindung und praktischer Gutachtenarbeit macht FPRE zu einer naheliegenden Adresse, sobald ein Streitfall oder eine institutionelle Fragestellung ins Spiel kommt.