MOBILL Gruppe
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
An der Hadlaubstrasse 106 im Zürcher Kreis 6 begleitet MOBILL nach eigenen Angaben dieselbe Stockwerkeigentümergemeinschaft seit über 45 Jahren. Im Nachbarhaus, Hadlaubstrasse 104, betreut die Gruppe die Eigentümerinnen, Eigentümer und Mieter mittlerweile in der dritten Generation, über 40 Jahre nach Mandatsbeginn. Das ist eine ungewöhnlich lange Kontinuität für eine Verwaltung, und MOBILL stellt sie bewusst gegen das Bild einer anonymen Verwaltungsfirma: kurze Wege, direkte Ansprechpartner, ein inhabergeführtes Team statt einer Holding ohne Gesicht.
MOBILL Gruppe hat ihren Sitz an der Josefstrasse 17 im Zürcher Kreis 5 und beschreibt sich als persönlich geführt in dritter Generation. Auf der Website gliedert sich das Angebot in 4 eigenständige Sparten: Consulting, Architektur, Baumanagement und Verwaltung. Diese Übersicht befasst sich ausschliesslich mit der vierten Sparte, der Immobilienbewirtschaftung und Verwaltung, nicht mit den Entwicklungs- und Bauprojekten, die MOBILL an anderer Stelle auf derselben Website zeigt. Wo sich die Sparten für ein einzelnes Objekt tatsächlich überschneiden, wird das im Folgenden ausdrücklich benannt, denn bei MOBILL ist das die dokumentierte Ausnahme, nicht die Regel. Etwas uneinheitlich ist die Namensgebung: In einem Fallbeispiel zur Bewirtschaftung tritt die Sparte als MOBILL Bautreuhand & Verwaltungs AG auf, während das Impressum der Website einheitlich die MOBILL AG mit Sitz an derselben Adresse als Betreiberin nennt.
Was die Bewirtschaftung übernimmt
Für die laufende Verwaltung nennt MOBILL 3 Kernaufgaben: das vollständige kaufmännische Management mit Mietzinsinkasso, Mahnwesen, Buchhaltung und Kautionsverwaltung, die Erstellung der jährlichen Heiz-, Betriebs- und Nebenkostenabrechnungen sowie den technischen Gebäudeunterhalt, worunter die Führung von Hauswarten, der Abschluss von Serviceverträgen und die Koordination von Unterhaltsarbeiten fallen. Für Stockwerkeigentümergemeinschaften kommt eine eigene Rolle hinzu: MOBILL moderiert zwischen den verschiedenen Eigentümern, führt die Versammlungen neutral, setzt Beschlüsse rechtssicher um und verwaltet den Erneuerungsfonds transparent, mit dem erklärten Ziel, den Gesamtwert des Gebäudes abzusichern. Das ist die klassische STWEG-Aufgabe zwischen den jährlichen Versammlungen, kein Verkauf und keine Vermittlung von Eigentum.
Daneben führt die Verwaltungsseite 6 weitere Leistungsfelder auf, jedes mit einer knappen Zielbeschreibung: Bau-Begleitung & Optimierung soll ein für den langfristigen Betrieb optimiertes Gebäude ohne unnötig hohe Nebenkosten liefern, Entmietungsmanagement einen konfliktfreien, termingerechten Leerstand aller Mietobjekte zum geplanten Baustart, Erstvermietung & Vermarktung eine klare Vermarktungsstrategie gegen Leerstände, Nachhaltige Bewirtschaftung einen konsequenten Werterhalt der Immobilie bei zufriedenen Mietern, Strategische Portfolio-Optimierung ein nachhaltig wertsteigerndes Portfolio und Beratung bei Erweiterung & Sanierung einen reibungslosen Übergang der Liegenschaft in den nächsten Lebenszyklus. Erstvermietung & Vermarktung zielt dabei ausdrücklich auf die Neuvermietung leerstehender Einheiten, nicht auf den Verkauf von Eigentum: Wer eine Liegenschaft oder eine Stockwerkeinheit verkaufen möchte, findet auf dieser Seite kein entsprechendes Angebot, MOBILL beschreibt hier Bewirtschaftung, nicht Maklertätigkeit.
Zur Grössenordnung nennt die Verwaltungsseite 2 separate Zahlen: 100 Millionen Franken bewirtschaftetes Volumen bei Mietliegenschaften und 245 Millionen Franken verwaltetes Volumen im STWE-Bereich. Auf der Startseite wiederum steht eine dritte Zahl, 352 Millionen Franken verwaltetes Volumen in der Bewirtschaftung insgesamt, mit dem Zusatz, dies belege das langfristige Vertrauen der Eigentümergemeinschaften in eine zuverlässige und wertorientierte Immobilienverwaltung. Die 3 Zahlen addieren sich nicht sauber (100 und 245 ergeben zusammen weniger als 352), und es lohnt sich, das zu wissen, statt sich auf eine einzelne Zahl zu verlassen.
Fallbeispiele aus der Praxis
Konkreter wird es bei den Fallbeispielen, die MOBILL auf der Verwaltungsseite ausführlich beschreibt. An der Hadlaubstrasse 104 im Kreis 6 reicht die Geschichte der Liegenschaft bis ins Jahr 1981 zurück, in eine Zeit, in der der Quadratmeterpreis am Zürichberg laut MOBILL rund 750 Franken betrug und Stockwerkeigentum in der Schweiz erst seit wenigen Jahren als Eigentumsform etabliert war. Firmengründer Hans A. Bill setzte damals auf eine Kombination aus 50 Prozent Stockwerkeigentum und 50 Prozent Mietwohnungen im selben Haus, mit dem Ziel, langfristige Stabilität und generationenübergreifende Qualität zu schaffen. Die Liegenschaft erhielt 2018 eine umfassende Sanierung sämtlicher Mietwohnungen und 2023 zusätzlich eine Balkonsanierung. MOBILL begleitet dort nach eigener Aussage inzwischen die dritte Generation der Eigentümerinnen, Eigentümer und Mieter.
Das Nachbarhaus Hadlaubstrasse 106 ist das reinere STWEG-Mandat: Dort begleitet MOBILL die Stockwerkeigentümergemeinschaft seit über 45 Jahren, mit dem Fokus laut eigener Beschreibung nicht nur auf Werterhalt, sondern auch auf die kontinuierliche Weiterentwicklung der Liegenschaft. Als Meilenstein nennt die Website eine umfassende Heizungssanierung. Genau an diesem Punkt beschreibt MOBILL ausdrücklich das Zusammenspiel der Sparten: Bewirtschaftung, technische Betreuung und Baumanagement hätten dort eng zusammengearbeitet, um das Projekt aus einer Hand umzusetzen. Ähnlich beim dritten Fallbeispiel, einem Renditeobjekt mit 4 Wohneinheiten an der Neptunstrasse in Hottingen, das MOBILL seit 1972 betreut: Als sich das Potenzial für einen Ersatzneubau abzeichnete, übernahmen laut Website Bewirtschaftung, Architektur und Baumanagement die Planung gemeinsam innerhalb der Gruppe. Das sind, nach dem, was die Website selbst schreibt, die 2 Fälle, in denen MOBILL die Sparten für dasselbe Objekt ausdrücklich verbindet. Bei den übrigen Referenzprojekten der Website, etwa Neubauten in Frauenfeld oder Zollikon, tritt die Verwaltungssparte nicht in Erscheinung, diese Projekte laufen unter Architektur oder Baumanagement, ohne dass die Website eine gemeinsame Bewirtschaftung erwähnt.
Ansprechpartner und Preise
Für die Bewirtschaftung nennt MOBILL 2 direkte Ansprechpersonen, Bettina Gamper als Leitung Bewirtschaftung und Behare Lutishi als Immobilienbewirtschafterin, statt eines anonymen Kundendienstes. Das passt zur Selbstbeschreibung der ganzen Gruppe, die sich von einer anonymen Holding abgrenzen will und stattdessen mit direkten Ansprechpartnern und kurzen Entscheidungswegen wirbt. Was die Website nicht nennt, ist eine Honorarstruktur für die Verwaltung: weder eine Pauschale noch ein Prozentsatz vom verwalteten Volumen oder von den Mieteinnahmen taucht irgendwo auf der Verwaltungsseite auf. Wer eine Stockwerkeigentümergemeinschaft oder eine Renditeliegenschaft übergeben möchte, muss also eine individuelle Offerte einholen, es gibt keine online einsehbare Preisliste, an der sich das Angebot vorab kalibrieren liesse. Unter Zürcher Verwaltungen ist das keine Seltenheit, aber ein zusätzlicher Schritt gegenüber Anbietern, die zumindest eine Bandbreite kommunizieren.
Für wen sich das eignet
Am besten passt dieses Angebot zu Stockwerkeigentümergemeinschaften und institutionellen Eigentümern im Raum Zürich, die eine Verwaltung mit nachweisbarer Geschichte suchen und auch mit gemischten Liegenschaften leben können, in denen Eigentum und Miete im selben Haus nebeneinander bestehen, wie an der Hadlaubstrasse 104. Wer stattdessen ein einzelnes Mietobjekt neu vermieten oder technisch sanieren lassen will, findet mit Erstvermietung & Vermarktung, Entmietungsmanagement und Bau-Begleitung & Optimierung ebenfalls passende Leistungsfelder, ohne dass diese je einen Verkauf einschliessen. Wer eine Zürcher Verwaltung mit Belegen für Kontinuität sucht, statt nur ein Leistungsversprechen auf einer Website, hat mit den über 40 und über 45 Jahre laufenden Mandaten an der Hadlaubstrasse den stärksten Beweis, den MOBILL selbst anführt. Die Kehrseite bleibt die fehlende Preistransparenz: Ohne eigene Offerte lässt sich das Angebot nicht mit einem festen Prozentsatz vergleichen, und wer nur einen schnellen Preisvergleich sucht, muss diesen Schritt woanders gehen.