KEIFER Immobilien
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Wer auf der Website von KEIFER Immobilien nach dem Verkaufsprozess sucht, bekommt keine vage Umschreibung, sondern eine durchnummerierte Liste von 1 bis 11. Jeder Schritt trägt einen eigenen Titel, von "Erstkontakt und Zielbild" bis "Beurkundung und Übergabe", jeder wird in wenigen Sätzen erklärt. Das ist ungewöhnlich konkret für eine Branche, in der die meisten Anbieter mit Schlagworten wie Erfahrung und Vertrauen werben, ohne den eigentlichen Ablauf offenzulegen. Die Firma selbst nennt das den 11-Punkte-Service. Zentrale Figur ist Gian Keifer, der auf der Seite als Immobilienexperte auftritt und nach eigenen Angaben über 10 Jahre Berufserfahrung mitbringt. Der Sitz liegt in Affoltern am Albis im gleichnamigen Zürcher Bezirk, die Website beschreibt die Firma selbst als "zuhause in Affoltern am Albis, aktiv in der ganzen Deutschschweiz".
Ein kleines Detail auf der eigenen Seite verrät mehr über die Struktur des Betriebs als jede Imagebeschreibung: An einer Stelle heisst der Prozessabschnitt "So läuft der Verkauf mit uns ab", weiter unten, in einer zweiten Fassung desselben Blocks, "So läuft der Verkauf mit mir ab". Die Wir-Form ist die offizielle Aussendarstellung, die Ich-Form zeigt, wer am Ende tatsächlich den Anruf entgegennimmt: Gian Keifer selbst, kein anonymes Grossraumbüro mit wechselnden Sachbearbeitern.
Die 11 Schritte im Detail
Die ersten 3 Schritte gelten der Analyse. Im Erstkontakt hört die Firma laut eigener Beschreibung zu und gibt eine ehrliche Ersteinschätzung, danach kennt der Eigentümer den nächsten Schritt. Es folgt die Vor-Ort-Analyse: Architektur, Bauqualität, Zustand, Licht, Aussicht und Nachbarschaft werden erfasst, dazu prüft KEIFER Immobilien die Unterlagen auf Besonderheiten wie Dienstbarkeiten, Ausnutzung oder Baurecht. Schritt 3, die individuelle Bewertung, wird bewusst gegen Vergleichsangebote positioniert: "Kein Standardtool, keine Schablone." Stattdessen verbindet die Firma Vergleichstransaktionen, Nachfragedaten und den Zustand des Objekts zu Szenarien mit einer Preisspanne, einem Strategiepreis und einem Zielpreis, abgestimmt auf den Zeitplan des Eigentümers.
Schritt 4 und 5 klären die Zusammenarbeit: eine auf das Objekt zugeschnittene Offerte mit Leistungen, Meilensteinen und Honorar, danach ein Fahrplan mit festen Zuständigkeiten, Terminen und einem festen Ansprechpartner. Schritt 6 und 7 bereiten die Vermarktung vor: Bildsprache, Story, Grundrisse, Texte und Video werden für die passende Zielgruppe entwickelt, bei Bedarf koordiniert die Firma Ordnung, Styling oder kleine Reparaturen im Objekt. Für die Vermarktung selbst wählt KEIFER Immobilien laut eigener Beschreibung einen Kanalmix aus Suchkunden, dem eigenen Netzwerk, Portalen, Social Media und einer selektiven Vorabansprache möglicher Käufer, abgestimmt auf Reichweite und Sichtbarkeit pro Objekt.
Schritt 8 organisiert die Besichtigungen, wahlweise als Einzeltermine oder kompakte Slots je nach Lage und Interessentenprofil, mit gezielter Terminplanung und einer Qualifizierung der Anfragen. In Schritt 9 folgt die eigentliche Verhandlung: Je nach Marktlage arbeitet die Firma mit Gebotsrunden oder mit fokussierten Direktverhandlungen und verlangt dabei belastbare Finanzierungsnachweise von den Interessenten. Schritt 10 sichert den Deal mit einer rechtssicheren Reservation und liefert dem Verkäufer eine provisorische Berechnung der Grundstückgewinnsteuer, damit dieser vor der Beurkundung weiss, womit er rechnen muss. Den Kaufvertrag bestellt und prüft KEIFER Immobilien beim Notar. Schritt 11, Beurkundung und Übergabe, endet mit Protokoll, Zählerständen und Schlüsselübergabe, die Firma bleibt nach eigener Aussage auch danach erreichbar.
4 benannte Fälle statt Werbeversprechen
Statt allgemeiner Erfolgsversprechen zeigt die Seite 4 konkrete, benannte Beispiele, jedes mit Ort und Zahl. In Affoltern am Albis erzielte die Firma 3 qualifizierte Angebote trotz hoher Nebenkosten der Liegenschaft, mit Vorselektion, Vorab-Dossier und gezieltem Zielgruppen-Targeting. In Birmensdorf, ebenfalls im Kanton Zürich, kamen 28 qualifizierte Angebote zusammen, obwohl das Objekt hohen Sanierungsbedarf hatte, ein Ausgangspunkt, bei dem sich viele Makler mit deutlich weniger zufriedengeben würden. Aus Knonau nennt die Website 2 Beispiele: einen Zuschlag nach 33 Tagen trotz komplexer Auflagen und, als zweiten Fall, 16 qualifizierte Angebote trotz Denkmalschutz der Liegenschaft. Ein denkmalgeschütztes Haus lässt sich nicht beliebig umbauen oder bewerben, und 16 Angebote in diesem Segment sind eine Zahl, die sich mit dem Eigentümer und den Interessenten im Nachhinein überprüfen lässt, anders als ein allgemeiner Werbesatz.
Dass die Firma tatsächlich über den Kanton Zürich hinaus aktiv ist, zeigt sich auch an den aktuell inserierten Objekten: eine Wohnung mit Balkon und Dachterrasse am Baumgartenweg 1 in 5036 Oberentfelden im Kanton Aargau, eine Dach-Maisonettewohnung mit Alpensicht an der Alten Schulhausstrasse 32 in 8912 Obfelden im Kanton Zürich, und ein grösseres Anwesen an der Freimatt 1 in 6277 Lieli im Kanton Luzern. Die Aussage "aktiv in der ganzen Deutschschweiz" ist damit keine reine Floskel, sie deckt sich mit dem, was gerade im Angebot steht, 3 Kantone auf einmal.
Honorar, Garantie und was fehlt
Bei den meisten Zürcher Maklern bleibt das Honorar ein Telefonat wert. KEIFER Immobilien beantwortet die Frage auf der eigenen Website direkt: Die Provision liege im marktüblichen Bereich des Schweizer Immobilienmarktes, "in der Regel zwischen 2 % und 3 % des Verkaufspreises", fällig nur bei erfolgreichem Abschluss. Dazu kommt, was die Firma selbst Null-Risiko-Garantie nennt: Der Eigentümer geht demnach keine finanzielle Verpflichtung ein, wenn der Verkauf nicht zustande kommt, verdient die Firma also ausschliesslich am erfolgreichen Abschluss. Eine feste Vermarktungsdauer, eine Kündigungsfrist für den Maklervertrag oder eine Aufteilung der Marketingkosten nennt die Seite dagegen nirgends, wer solche Details braucht, muss danach fragen.
Auch sonst bleibt einiges offen. Die Seite nennt weder eine Mitgliedschaft bei SVIT oder USPI noch eine Teamgrösse oder eine Postadresse mit Strassennamen, nur die Stadt Affoltern am Albis als Standort. Ein Blogbeitrag mit dem Titel "Ottenbach: So gelingt der Hausverkauf im gehobenen Segment" deutet an, dass die Firma auch höherpreisige Objekte bearbeitet, mehr als diesen einen Titel gibt die Seite dazu aber nicht her. Wer Fremdsprachenkompetenz für internationale Käufer sucht, findet dazu keine Angabe. Auffällig ist zudem, dass die Navigation neben "Verkaufen" auch einen Punkt "Kaufen" führt, dieser verweist aber auf die aktuellen Verkaufsobjekte der Firma, nicht auf eine eigenständig beschriebene Käuferberatung. Alles, was die Website inhaltlich beschreibt, der 11-Punkte-Service, die individuelle Bewertung, die Vermarktungsstrategie, ist auf die Verkäuferseite zugeschnitten.
Bewertungen und wer hier richtig ist
Die Seite wirbt mit über 70 positiven Bewertungen und mehreren, nicht einzeln benannten Auszeichnungen, dazu mit Google-Bewertungen von Kundinnen und Kunden, die konkrete Anlässe erwähnen, etwa den erfolgreichen Verkauf eines Einfamilienhauses oder eine persönliche Betreuung bis zum Schluss. Insgesamt gibt die Firma an, bereits über 250 Immobilien verkauft zu haben. Für den einzelnen Fall ersetzt das keine eigene Prüfung, es passt aber zu dem Bild eines Anbieters, der lieber Zahlen, Orte und Fallbeispiele zeigt als allgemeine Werbesätze.
KEIFER Immobilien eignet sich am ehesten für Eigentümerinnen und Eigentümer im Bezirk Affoltern und im angrenzenden Limmattal, deren Liegenschaft nicht der einfachste Fall ist, Sanierungsbedarf, Denkmalschutz oder hohe Nebenkosten inklusive, und die einen dokumentierten Ablauf mit einem festen Ansprechpartner statt eines anonymen Teams suchen. Die 4 Fallbeispiele mit Ortsnamen und konkreten Angebotszahlen lassen sich vor Ort nachfragen, das unterscheidet die Seite von Maklern, die nur mit Sternebewertungen werben. Wer dagegen von Anfang an eine feste Vermarktungsdauer oder eine schriftliche Kostenübersicht ohne Rückfrage will, bekommt das über die Website selbst nicht, das Gespräch mit Gian Keifer bleibt der nächste Schritt.