Livit AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Wer eine einzelne Eigentumswohnung verkaufen will, ist bei Livit an der falschen Adresse. Wer dagegen ein Portfolio, einen Neubau oder ein ganzes Areal sucht, das jemand mit landesweiter Kapazität vermieten, bewirtschaften oder durch eine Sanierung begleiten soll, landet bei einer der grösseren unabhängigen Adressen der Deutschschweiz. Livit führt aktuell im Auftrag von Swiss Life die Erstvermietung des Riedtower in Zürich Nord durch, eines Neubauprojekts mit 224 Mietwohnungen und zwei Gewerbeflächen von zusammen rund 500 m². Kein Zufallsmandat: Bereits 2011 begleitete das Vermietungsmanagement von Livit die Erstvermietung des LeutschenTower im selben Quartier, und mit dem Riedtower setzt sich diese langjährige Zusammenarbeit mit Swiss Life fort. Der Bezug der Wohnungen erfolgt gestaffelt von April bis Juni 2027.
Von 1963 bis heute
Livit beschreibt die eigene Geschichte mit dem Satz "Von den Anfängen 1963 bis heute", die Firma ist also über 60 Jahre am Markt. In dieser Zeit ist aus einer Bewirtschafterin ein Betrieb geworden, der eher mit einem Immobilienkonzern vergleichbar ist als mit einem Maklerbüro: Stand 30. Juni 2026 zählt Livit 791 Mitarbeitende, betreut 205'239 Mietobjekte und 3'671'465 m² Gewerbefläche und verwaltet Immobilienwerte von CHF 64.5 Mrd. Das Unternehmen selbst spricht von "einer einzigartigen Weiterbildungskultur in der Livit-Akademie", über die neue Mitarbeitende laufend geschult werden. Der Hauptsitz liegt an der Altstetterstrasse 124 in 8048 Zürich, dazu kommen Niederlassungen in Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern, Solothurn und St. Gallen, macht neun Niederlassungen und 12 Standorte in der ganzen Schweiz. Wer im Grossraum Zürich sitzt, hat also nicht nur einen Ansprechpartner vor Ort, sondern eine Organisation im Rücken, die dieselbe Struktur auch in acht weiteren Regionen des Landes betreibt.
Geleitet wird das Unternehmen von einer Geschäftsleitung unter dem Titel "Die Geschäftsleitung, Führung mit Weitblick": Beatrice Lifart als CEO, David Rivière als Leiter Bewirtschaftung, Thomas Kobe als Leiter Baumanagement und Olivier Korda als Leiter Finanzen. Diese Aufteilung in vier klar getrennte Führungsbereiche zeigt, wie Livit sein Geschäft selbst gliedert, und sie deckt sich mit den drei Dienstleistungen, die auf der Website an erster Stelle stehen: "Alles aus einer Hand: Bewirtschaftung, Vermietungsmanagement und Baumanagement." Einen eigenen Verkaufsbereich für Kauf und Verkauf von Liegenschaften nennt die Website nicht, Livit positioniert sich als Bewirtschafterin und Vermieterin, nicht als Verkaufsmaklerin.
Zwei Grossprojekte als Aushängeschilder
Die beiden aktuellsten Mandate zeigen, in welcher Grössenordnung Livit unterwegs ist. Beim Riedtower in Zürich Nord übernimmt Livit im Auftrag von Swiss Life die komplette Erstvermietung: 224 Mietwohnungen plus zwei Gewerbeflächen von insgesamt rund 500 m², Bezug gestaffelt von April bis Juni 2027. Dass Swiss Life dafür erneut auf Livit setzt, hat einen Vorlauf: 2011 hatte das Vermietungsmanagement bereits die Erstvermietung des LeutschenTower im selben Quartier übernommen, für denselben Auftraggeber. Ein einzelnes Mandat könnte Zufall sein, eine seit 2011 bestehende Zusammenarbeit mit demselben institutionellen Eigentümer im selben Stadtteil ist es kaum.
Das zweite Grossprojekt liegt am anderen Ende der Stadt, direkt am Zürichsee: den LAKE, Frontrow Business Campus am Mythenquai. Dort entstehen rund 14'000 m² Bürofläche, ergänzt durch rund 4'000 m² Begegnungs-, Konferenz- und Gastronomieflächen sowie eine rund 950 m² grosse Dachterrasse mit Seeblick. Die Inbetriebnahme ist für den Herbst 2026 vorgesehen, der Bezug durch die Mietenden erfolgt wegen der anschliessenden Mieterausbauten etappenweise ab Mitte 2027. Livit übernimmt hier die Bewirtschaftung des gesamten Areals und ist damit sowohl für die Eigentümerschaft als auch für die künftigen Nutzer:innen der Ansprechpartner vor Ort. Zwei Mandate dieser Grösse gleichzeitig in Zürich zu betreuen, einen Wohnneubau mit 224 Einheiten und einen Bürocampus mit mehreren tausend Quadratmetern Büro-, Begegnungs- und Terrassenfläche, ist eher etwas für eine Firma mit eigener Bewirtschaftungs-, Vermarktungs- und Baumanagementabteilung als für ein kleines Team.
Ein Coach für die Sanierung im bewohnten Zustand
Was Livit von vielen Mitbewerbern unterscheidet, zeigt sich weniger bei Neubauten als bei Bestandsliegenschaften, die saniert werden müssen, während Mietende noch drin wohnen. Die eigene Formulierung dafür lautet: "Sanierungen im bewohnten Zustand sind komplex und bringen diverse Herausforderungen mit sich." Für Projekte mit erhöhtem Betreuungsbedarf identifiziert Livit diese frühzeitig und setzt dafür einen sogenannten Mieter:innenCoach ein, eine zentrale Anlaufstelle für Eigentümerschaft und Mietende während der ganzen Bauzeit. Der Coach begleitet in drei Phasen: vor der Sanierung mit persönlicher Information und Bedarfsabklärung bei den Mietenden, während der Bauzeit mit kontinuierlicher, bedarfsorientierter Betreuung vor Ort, und nach Abschluss bei Abnahmen, Schlüsselübergabe und Mängelmeldungen. Livit beschreibt das Ziel selbst so: mehr Transparenz und zufriedene Mieter:innen durch persönliche Betreuung, die "vermittelt, beruhigt und schafft Vertrauen." Für Eigentümerinnen und Eigentümer grösserer Bestandsliegenschaften ist das ein konkretes Argument, weil eine Sanierung im bewohnten Zustand erfahrungsgemäss zu den konfliktträchtigsten Phasen eines Mietverhältnisses gehört und eine Firma, die dafür eine eigene, benannte Rolle geschaffen hat, das Problem offensichtlich schon oft genug gesehen hat, um eine Lösung dafür zu bauen.
Ergänzt wird das Angebot durch das Kundenportal myLivit für Mietende und eine, wie es das Unternehmen selbst nennt, "hochmoderne Prozesslandschaft". Livit bezeichnet sich als "Vorreiterin der Branche, was die Digitalisierung betrifft", konkrete technische Details zu Systemen oder Schnittstellen veröffentlicht die Website allerdings nicht.
Was die Seite offen lässt
Eine Maklerprovision, ein Bewirtschaftungshonorar oder eine sonstige Gebühr nennt die Website an keiner Stelle, weder als Prozentsatz noch als Pauschale. Wer wissen will, was ein Mandat kostet, muss direkt anfragen. Das ist bei einer Firma dieser Grösse, die vor allem institutionelle Portfolios und grosse Neubauprojekte betreut, wenig überraschend, für eine Privatperson mit einer einzelnen Liegenschaft aber trotzdem eine relevante Information: Ein fixer Tarif lässt sich der Website nicht entnehmen. Auch eine Mitgliedschaft bei SVIT oder einem anderen Branchenverband nennt die eingesehene Seite nicht, ebenso wenig eine Konzern- oder Eigentümerstruktur hinter der Livit AG. Referenzprojekte über die beiden hier beschriebenen hinaus wurden für diesen Text nicht ausgewertet, es lässt sich also nicht sagen, welche weiteren Grossmandate Livit sonst noch führt.
Für wen sich Livit eignet
Livit ist die richtige Adresse für institutionelle Eigentümerschaften wie Swiss Life, für Bauträger mit grossen Neubauprojekten und für Eigentümer von Bestandsliegenschaften, die eine Sanierung im bewohnten Zustand vor sich haben und dafür eine strukturierte Begleitung der Mietenden suchen. Wer eine einzelne Wohnung oder ein Einfamilienhaus verkaufen will, findet bei Livit weder eine Verkaufsdienstleistung noch eine Ansprechperson dafür, das Unternehmen selbst nennt Bewirtschaftung, Vermietungsmanagement und Baumanagement als seine drei Standbeine und keines davon ist der Verkauf. Für alles, was mit Vermietung, Verwaltung oder dem Bau- und Sanierungsmanagement grösserer Objekte im Grossraum Zürich zu tun hat, bringt Livit dagegen eine Grösse, eine Geschichte seit 1963 und mit dem Riedtower und dem LAKE zwei aktuelle Referenzen mit, die zeigen, dass institutionelle Auftraggeber wie Swiss Life dem Unternehmen auch bei Projekten mit mehreren hundert Wohnungen vertrauen.