Neho

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Neho verkauft anders, als man es von einem klassischen Maklerbüro erwartet: Statt einer einzigen Geschäftsstelle mit einem Empfangstresen bekommt man auf der Kantonsseite eine ganze Reihe von Fotos und Namen, jeder mit einer eigenen Postleitzahlenliste. Lukas Speck ist zuständig für "Zürich, Bülach, Dübendorf, Winterthur oder Uster". Sven Neeser deckt "Uster, Wetzikon, Pfäffikon oder Hinwil" ab, also das Zürich Oberland. Wer im Kanton Zürich verkaufen will, landet damit nicht bei einer anonymen Zentrale, sondern bei einer Person mit Vorname, Nachname und einer Region, die auf der Karte tatsächlich Sinn ergibt.

Was Neho verspricht

Der Kern des Angebots ist der Festpreis statt Provision. Auf der eigenen Kantonsseite rechnet Neho das mit einem interaktiven Rechner vor: Bei einer klassischen Maklerprovision von 3 % zeigt das Beispiel Kosten von CHF 30'000, während "Der Neho-Festpreis" mit CHF 16'500 ausgewiesen wird, macht "Geld gespart dank Neho" von CHF 13'500. Das ist die eigene Beispielrechnung des Unternehmens, keine allgemeine Preisliste für jede Immobilie, und der Rechner selbst legt nahe, dass sich der Festpreis mit dem Verkaufspreis der Liegenschaft ändern kann. Wer den genauen Betrag für die eigene Immobilie wissen will, muss die eigenen Zahlen eingeben oder eine Offerte einholen. Als Faustregel nennt Neho an anderer Stelle der Seite eine durchschnittliche Ersparnis: "Franken gespart im Durchschnitt beim Verkauf Ihrer Immobilie" wird mit CHF 25'000 beziffert.

Was im Fixpreis konkret enthalten ist, beschreibt Neho als kompletten Ablauf in drei Schritten. Zuerst die "Kostenlose Bewertung": Der lokale Makler ermittelt den Marktwert und entwirft eine auf die Immobilie zugeschnittene Verkaufsstrategie. Danach die "Vermarktung" mit professionellen Fotos, virtuellem Rundgang und Verkaufsbroschüre, das Inserat geht dabei an ein Netzwerk mit über 321'000 Kaufinteressenten und wird auf über 30 Immobilienportalen veröffentlicht. Zum Schluss der "Verkauf zum besten Preis": Der Makler verhandelt im Namen des Verkäufers und begleitet bis zur Unterzeichnung vor dem Notar. Das ist ein Vollservice-Versprechen, nicht ein reines Inserate-Abo.

Die Bewertung als Türöffner

Bevor überhaupt ein Verkaufsauftrag zustande kommt, bietet Neho die "Bewertung meiner Immobilie" kostenlos und unverbindlich an. Wie stark dieses Werkzeug im Kanton bereits genutzt wird, zeigt die eigene Statistik unter "Lokale Marktkenntnis": Neho gibt "171K+" an, ausgeschrieben also über 171'000 Bewertungen, die im Kanton Zürich bereits durchgeführt wurden. Das ist eine sechsstellige Zahl an kostenlosen Einschätzungen, mit denen Neho potenzielle Verkäufer zuerst zum eigenen Werkzeug und danach zum eigenen Makler holt.

Wie viele Personen diese Bewertungen und die anschliessenden Verkäufe im Kanton tatsächlich betreuen, hält die Seite ebenfalls in einer Kennzahl fest: unter "Lokale Immobilienmakler" nennt Neho "19+" Mitarbeitende im Kanton Zürich. Das ist ein überschaubares, aber ausdrücklich beziffertes lokales Team, nicht eine ganze Filiale pro Gemeinde. Die Namen dahinter tauchen einzeln mit eigenem Kurzporträt auf: Neben Speck und Neeser etwa Katerina Corrales für "Zürich, Wallisellen, Dietikon oder Thalwil", Vanessa Palinkas im "Raum Zürich" und Remo Leferink für "Zürich, Schwyz und Zug". Jede dieser Personen bringt laut eigenem Profiltext eine unterschiedliche Vorgeschichte mit, von einer SAQ-Zertifizierung in der Immobilienvermarktung bis zu einer früheren Tätigkeit als selbstständiger Makler, was zumindest zeigt, dass Neho hier keine austauschbaren Templates verwendet.

Was Kundinnen und Kunden zurückmelden

Die Bewertungen unter den Verkaufsberichten nennen ebenfalls Namen statt anonymer Sterne. Ein Verkäufer namens Paul Gerber schreibt kurz und ohne Umschweife: "Sehr gute Erfahrung mit Neho. Festpreis, professionell, hilfsbereit und jederzeit ansprechbar." Andere Rückmeldungen loben die Erreichbarkeit einzelner Berater, etwa von Lukas Speck oder Katerina Corrales, namentlich. Das beweist naturgemäss nur einzelne, zufriedene Fälle und keine Erfolgsquote über den ganzen Kanton, aber es bestätigt zumindest, dass der Festpreis selbst bei denjenigen ankommt, die ihn tatsächlich bezahlt haben, und nicht nur als Werbeversprechen auf der Startseite steht.

Nicht nur für Verkäufer

Neho positioniert sich auf derselben Seite auch als Anlaufstelle für Käuferinnen und Käufer, allerdings mit einem anderen Kostenmodell im Hintergrund: Für die Vermittlung selbst zahlt die Käuferschaft nichts, dafür bietet Neho ein "Bewertungstool" mit "Tragbarkeit prüfen" (eine erste Einschätzung des Kaufpotenzials) und eine "Finanzierungsbestätigung" über einen Finanzierungspartner an, online oder telefonisch anforderbar. Für Bauträger gibt es daneben eine eigene Kategorie "Neubauprojekt" mit dem Versprechen "Hochwertige Vermarktung für den Verkauf Ihres Immobilienprojekts", getrennt vom gewöhnlichen Eigenheimverkauf. Das Netzwerk ist also breiter angelegt als ein reiner Verkaufskanal für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen, auch wenn der Festpreis-Rechner und die Kantonsseite klar auf den klassischen Hausverkauf zugeschnitten sind.

Auf derselben Seite listet Neho zudem eine Rangliste der grössten Maklerfirmen im Kanton Zürich nach Anzahl der Verkaufsinserate, mit Neho selbst an erster Stelle, gefolgt von Namen wie Ginesta Immobilien AG oder Properti AG. Neho weist dabei selbst ausdrücklich darauf hin, dass diese Zahlen auf der Schätzung eines Partners beruhen und die eigene Korrektheit nicht garantiert werden kann. Diese Ehrlichkeit bei der eigenen Datenquelle ist ungewöhnlich für eine Rangliste, in der man selbst ganz oben steht, und sie ist auch der Grund, warum die konkrete Inseratezahl hier nicht als belastbare Grösse übernommen wird.

Die Grenzen des Modells

Der Rechner mit CHF 16'500 ist ein Beispiel, kein Fixpreis-Katalog: Ohne eigene Angaben zu Verkaufspreis und vergleichbarer Provisionshöhe lässt sich nicht sagen, was eine konkrete Immobilie am Ende tatsächlich kostet. Wer eine feste Zahl im Voraus will, statt einer Beispielrechnung, muss bei Neho eine persönliche Offerte anfordern. Und wer eine grosse, alteingesessene Maklerfirma mit physischer Geschäftsstelle in der eigenen Gemeinde sucht, findet bei Neho stattdessen ein Netzwerk aus Einzelpersonen, deren Zuständigkeitsgebiete zwar klar umrissen, aber eben doch Regionen und keine Adressen sind.

Das Fazit

Für den Kanton Zürich liest sich das Angebot wie eine Übersetzung des klassischen Maklergeschäfts in ein regionales Netzwerkmodell: ein Makler mit Namen und Zuständigkeitsgebiet, ein Festpreis statt Provision, eine kostenlose Bewertung als erster Schritt und ein Rechenbeispiel, das den Unterschied zur klassischen Provision auf CHF 13'500 beziffert. Wer im Raum Bülach, in Zürich selbst oder im Zürcher Oberland verkaufen will, findet mit Lukas Speck oder Sven Neeser eine Ansprechperson mit Postleitzahlenbezug statt einer Telefonzentrale. Wer eine verbindliche Zahl statt eines Rechenbeispiels braucht, muss vor der Unterschrift selbst nachfragen, aber das gilt für so gut wie jeden Anbieter in diesem Markt, der mit einem Rechner statt einer starren Preisliste wirbt. Am Ende bleibt der Unterschied zu einem klassischen Maklerbüro weniger eine Frage des Preises allein als eine Frage der Ansprache: ein Name, eine Region und ein Rechenbeispiel auf einer einzigen Seite, statt einer Telefonnummer, hinter der man erst herausfinden muss, wer tatsächlich zuständig ist.

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