immobifix

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Wer bei immobifix verkauft, zahlt am Ende CHF 3'580, egal wie viel die Liegenschaft eingebracht hat. Kein Prozentsatz, keine Provisionsstaffel, kein Verhandeln über den Prozentpunkt: ein einziger Betrag pro Abschluss. Das Unternehmen wirbt selbst mit der Rechnung, die daraus folgt: "Bei 3 % Provision verzichten Sie je nach VP auf ca. 18 % Ihres hart ersparten Eigenkapitals." Wer sein Eigenkapital von, sagen wir, einem Fünftel des Kaufpreises eingebracht hat, verliert bei einer klassischen Provision also fast ein Fünftel davon an den Makler, während bei immobifix ein Fixbetrag von CHF 3'580 stehen bleibt.

Das Geschäftsmodell dahinter ist die Fixpreismakler AG aus Romanshorn, die die Marke immobifix seit 2009 betreibt. Der Slogan auf der Startseite, "seit 2009 provisionsfrei", ist zugleich das Verkaufsargument: immobifix bezeichnet sich selbst als Schweizer Pionier des provisionsfreien Modells und gibt an, es vor mehr als 10 Jahren eingeführt zu haben. Wie gut das trägt, zeigt die eigene Bilanz der Firma: Seit 2009 habe man Immobilien für insgesamt rund CHF 450 Mio. verkauft und den Kundschaft dabei über CHF 14 Mio. an Provisionen und Kosten erspart. Diese Zahl steht unwidersprochen auf der Website, ohne Aufschlüsselung nach Jahren oder Objekttypen, aber sie ist die einzige belastbare Grössenangabe, die immobifix zu seinem eigenen Track Record macht.

Wie der Fixpreis zustande kommt

Der Trick, mit dem immobifix bei einem Fixpreis von CHF 3'580 landet, während ein klassischer Makler mit steigendem Verkaufspreis immer mehr verlangt, liegt in der Arbeitsteilung. Die Website ist unmissverständlich: immobifix übernimmt "Objekt & Verkaufsberatung", den "Kundendienst für Kaufinteressenten", die "Inserate & Verkaufsdokumentation", die "Verkaufsgespräche & Preisverhandlungen" sowie die Begleitung zu "Vorverträge & Notariat". Was in dieser Aufzählung fehlt und in der FAQ-Rubrik "Macht ihr Besichtigungen?" auch als eigene Frage auftaucht, sind die Besichtigungstermine selbst: Der Verkäufer zeigt die eigene Liegenschaft den Interessenten. Das ist der Kern des Modells: immobifix bringt die Marktkenntnis, die Vermarktung und die Verhandlungsführung, der Eigentümer bringt die Präsenz vor Ort. Wer sein Zuhause nicht selbst zeigen will oder kann, für den ist das ein echter Systemunterschied zu einem Vollservice-Makler, nicht nur eine Fussnote.

Die Firma selbst beantwortet auf ihrer Seite eine Reihe weiterer Preisfragen in einer FAQ-Liste: "Wann ist der Fixpreis fällig?", "Ist die MwSt. im Fixpreis enthalten?" und "Wo ist der Haken?" stehen dort als Titelfragen. Die zugehörigen Antworten liessen sich aus der vorliegenden Fassung der Seite nicht auslesen, weil sie hinter einem Akkordeon-Element verborgen sind, das erst nach einem Klick Text zeigt. Es lässt sich also nicht bestätigen, ob im Fixpreis von CHF 3'580 die Mehrwertsteuer bereits enthalten ist oder wann genau die Zahlung fällig wird. Wer das genau wissen muss, sollte danach fragen, bevor er unterschreibt: Die Website selbst deutet mit der eigenen Frage "Wo ist der Haken?" an, dass sie mit dem Verdacht rechnet, ein derart tiefer Preis könne nicht ohne Bedingungen sein, beantwortet ihn öffentlich aber nicht in lesbarem Text.

Wer dahintersteht

Immobilienökonom Walter B. Kunz, FH St. Gallen, erscheint auf der Seite als Gesicht der Beratungsqualität und wird namentlich mit einem Qualitätsversprechen zitiert: In den letzten 5 Jahren sei die Beratungsqualität bei mehreren hundert Verkäufen jedes Jahr nie unter 4.8 von 5 Sternen bewertet worden. Das ist eine Selbstauskunft, keine unabhängige Zertifizierung, aber sie ist konkret genug, um sie festzuhalten: mehrere hundert Verkäufe pro Jahr, eine Bewertungsuntergrenze von 4.8, ein Fünfjahreszeitraum. Die Berater selbst bewirbt immobifix als Immobilienexperten "mit anerkannten eidg. Abschlüssen".

Zwei Pressezitate untermauern den Marktauftritt zusätzlich. Eine Publikation (Ausgabe Nr. 22/2019) wird mit dem Satz zitiert: "Als derzeit günstigster Schweizer Anbieter gilt Immobifix mit einem Pauschalpreis von CHF 3580.– pro Deal." Eine zweite (Ausgabe 14/2021) berichtet über einen Verkaufsfall: "Nach fünf Monaten war die Wohnung zum gewünschten Preis mit Immobifix verkauft." Beide Zitate bestätigen unabhängig, dass der Pauschalpreis von CHF 3'580 pro Abschluss keine Momentaufnahme ist, sondern seit mehreren Jahren das durchgehende Modell der Firma bildet.

Kundenstimmen als Ergänzung, nicht als Beleg

Auf der Website finden sich mehrere Kundenaussagen mit Namen und Wohnort, darunter das Ehepaar Martha und Roman Glaser aus Zürich, das den Verkauf mit den Worten "Selber zeigen war ideal für uns und passte perfekt" kommentiert, sowie Verena und Hans-Rudolf Fecht aus dem Aargau, die über die Bank auf immobifix aufmerksam wurden und trotz anfänglicher Skepsis zufrieden waren. Ernst Häni-Bernhard aus Bern lobt kurz und knapp "Kompetent, offen und gute Kenntnisse!" Diese Aussagen belegen zufriedene Einzelfälle, keine allgemeine Erfolgsquote, aber sie bestätigen im Kleinen, was das Geschäftsmodell verspricht: Eigentümer, die bereit sind, selbst zu zeigen, empfinden den Prozess als unkompliziert.

Für wen sich das lohnt

Der Fixpreis von CHF 3'580 lohnt sich rein rechnerisch umso mehr, je höher der Verkaufspreis der Liegenschaft ist, weil eine prozentuale Provision mit dem Preis mitwächst, während der Fixpreis bei immobifix konstant bleibt. Bei einer Villa im Wert mehrerer Millionen Franken ist der Unterschied zwischen 3 % Provision und CHF 3'580 nicht mehr eine Frage von ein paar tausend Franken, sondern von einem sechsstelligen Betrag. Wer umgekehrt eine kleine Eigentumswohnung im unteren sechsstelligen Bereich verkauft, spart in absoluten Franken weniger, muss den Fixpreis aber trotzdem gegen den Aufwand einer Vollservice-Provision aufrechnen.

Der eigentliche Preis, den ein Verkäufer bei immobifix zahlt, ist nicht in Franken, sondern in Zeit und Präsenz zu messen: Wer selbst zeigt, muss Termine mit fremden Kaufinteressenten koordinieren, sich Fragen zur eigenen Immobilie stellen lassen und unter Umständen mehrfach das eigene Zuhause für Fremde öffnen, bis ein Käufer gefunden ist. Für Eigentümer, die genau das nicht wollen, ist immobifix nicht das richtige Modell. Für alle anderen ist die Rechnung transparent: ein Fixpreis von CHF 3'580, eine Firma, die seit 2009 nach eigenen Angaben Immobilien für rund CHF 450 Mio. verkauft hat, und ein Berater mit ausgewiesener fachlicher Qualifikation, der die Verhandlung führt, während der Eigentümer die Tür öffnet.

Kontakt und Sitz

immobifix wird von der Fixpreismakler AG betrieben, mit Sitz an der Martina-Hälg-Strasse 23 in 8590 Romanshorn. Die Bürozeiten sind mit 09.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr angegeben, erreichbar unter der Nummer 044 240 06 04 oder per E-Mail an info@immobifix.ch. Der Markenname immobifix ist beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum registriert, was zumindest bestätigt, dass es sich um eine eingetragene Marke und nicht nur um einen Werbenamen handelt.

Der Vergleichsmassstab, den immobifix selbst nennt, bleibt eine Prozentzahl: 3 % Provision, die je nach Verkaufspreis rund 18 % des eingebrachten Eigenkapitals auffressen. Dieser Prozentsatz wächst mit jedem Franken Verkaufspreis mit, der Fixpreis von CHF 3'580 dagegen nicht. immobifix stellt diesem Unterschied denselben Betrag gegenüber, unabhängig vom Wert der Liegenschaft, solange der Verkäufer bereit ist, die Besichtigungen selbst zu übernehmen. Das ist das ganze Versprechen des Anbieters, ohne Kleingedrucktes zur Berechnung, aber mit einer öffentlich einsehbaren FAQ-Liste, deren Antworten auf der Seite technisch verborgen sind und die ein Interessent vor der Unterschrift selbst anklicken sollte.

Mehr aus Online- und Festpreismakler

Alle ansehen