von Monkiewitsch Immobilien GmbH
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Auf der Startseite von monkiewitsch.ch nennt sich Tobias von Monkiewitsch „Der Premium-Makler für Privatverkäufer im Raum Winterthur". Was diesen Satz von der üblichen Maklerwerbung unterscheidet, zeigt sich erst auf der Unterseite „Scheidung & Wohnimmobilien". Dort schreibt er in der Ich-Form, er verstehe sich bewusst als Scheidungs-Makler, nicht aus Marketinggründen, sondern als Haltung, und er habe selbst eine Scheidung erlebt und kenne die emotionalen, finanziellen und familiären Spannungsfelder aus eigener Erfahrung. Diese Seite ist keine einzelne Unterseite mit ein paar erklärenden Sätzen, sondern eine mehrstufige Wissensplattform mit einem eigenen Lesepfad in 5 Phasen: „Einstieg & Haltung", „Sachliche Entscheidungsgrundlagen", „Vertiefung & besondere Konstellationen", „Praxis & Erfahrung" und „Abschluss & Ausblick". Darin finden sich unter anderem Beiträge mit den Titeln „Immobilienbewertung bei Scheidung, welche Werte wirklich zählen" und „Hypothek und Tragbarkeit nach der Trennung, was Banken wirklich prüfen", dazu 2 anonymisierte Fallstudien. Eine konkrete Tragbarkeitsgrenze oder einen Prozentsatz nennt keiner dieser Beiträge auf der von aussen einsehbaren Seite, die Titel umreissen nur die Themen, ohne Zahlen zu liefern.
Wer hier verkauft
Firmiert wird unter von Monkiewitsch Immobilien GmbH mit Sitz an der Euelstrasse 56 in 8408 Winterthur. Im FAQ beschreibt sich Tobias von Monkiewitsch als gebürtigen Deutschen, der seit über 22 Jahren in der Schweiz lebt und seit 2016 in Winterthur als Unternehmer tätig ist. An anderer Stelle der Website ist von 16 Jahren Maklererfahrung die Rede, auf der Startseite unter „Erfolgsbilanz" ebenfalls von 16 Jahren Verkaufserfahrung und 265 verkauften Immobilien, in einem weiteren Absatz dagegen von „über 260 Immobilien innerhalb der letzten 15 Jahren". Die Zahlen schwanken also leicht zwischen 15 und 16 Jahren, je nachdem, welchen Abschnitt man liest, zeichnen aber übereinstimmend eine Marktpräsenz von mehr als 15 Jahren. Auffällig ist der Wechsel zwischen Ich- und Wir-Form: Startseite und Scheidungsseite sprechen konsequent von „ich" und „mein", das FAQ dagegen vom „von Monkiewitsch-Team", von „er und sein Team" und davon, dass „alle Mitarbeiter" über grosse Expertise verfügten und eng mit Bankern, Notaren, Versicherern und Steuerexperten zusammenarbeiteten. Wie viele Personen dieses Team tatsächlich umfasst, nennt die Website an keiner Stelle, auch nicht auf einer eigenen Team-Unterseite mit Namen. Nach aussen sichtbar und mit Namen genannt ist einzig Tobias von Monkiewitsch selbst, dipl. Immobilienfachmakler.
Vermarktung und Ablauf
Zur eigenen Differenzierung schreibt das FAQ, der Fokus liege auf der einzigartigen Vermarktung jeder Liegenschaft, angefangen mit einer exklusiven, hochwertigen Verkaufsbroschüre, die bei einer namhaften Druckerei produziert und bei jeder Besichtigung überreicht werde. Besichtigungen würden individuell gestaltet und fänden bei Bedarf auch an Wochenenden statt, damit jeder Interessent die Chance zur Besichtigung bekomme. Der Ablauf selbst beginnt mit einer kostenlosen, unverbindlichen Immobilienbewertung, die sich laut Startseite mit wenigen Klicks online abrufen lässt, gefolgt von einem ebenfalls kostenlosen Beratungsgespräch. Danach, so das FAQ, übernehmen „die Profis" alles von A bis Z, vom Erstkontakt mit Kaufinteressenten bis zur Schlüsselübergabe.
Erbengemeinschaften und Steuerfragen als Videothema
Neben der Scheidungsplattform listet die Startseite unter „aktuelle YouTube-Videos" 7 eigene Videos, darunter eines mit dem Titel „Erben-Gemeinschaften" und der Beschreibung, Interessenskonflikte seien bei Erben leider häufig Realität, sowie eines mit dem Titel „Grundstückgewinnsteuer" und der Beschreibung, es kläre bestehende Irrtümer auf. Für Erbengemeinschaften bietet die Website, anders als beim Scheidungsthema, keine eigene mehrseitige Wissensplattform, nur dieses eine Video deckt das Thema ab. Zur Grundstückgewinnsteuer selbst erklärt das FAQ, der genaue Prozentsatz hänge von der Höhe des Gewinns und der Dauer des Besitzes ab, ohne eine konkrete Zahl zu nennen, ergänzt aber, dass sich das marktübliche Makler-Honorar ganz oder, je nach Kanton, grossteils von dieser Steuer abziehen lasse.
Verkäufe, Referenzen und Zahlen
Als Zielgebiet nennt die Website Winterthur und Umgebung, und die aufgeführten Referenzobjekte liegen tatsächlich dort verteilt: eine Architektenvilla mit 6.5 Zimmern auf 230 Quadratmetern, verkauft in 42 Tagen, eine 3.5-Zimmer-Designerwohnung in Wetzikon auf 98 Quadratmetern, verkauft in 55 Tagen, eine 4.5-Zimmer-Gartenwohnung in Uster auf 126 Quadratmetern, verkauft in 11 Tagen, sowie ein 4.5-Zimmer-Einfamilienhaus im Winterthurer Stadtteil Wülflingen auf 76 Quadratmetern. Eines der Videos führt zusätzlich nach Thalheim an der Thur, vor die Tore Winterthurs. Als Durchschnittswert für die Verkaufsdauer nennt die Website an 2 Stellen, auf der Startseite und im FAQ, übereinstimmend 28 Tage. Als Ziel formuliert das FAQ ausserdem, jährlich 100 Menschen mit einer neuen Immobilie glücklich zu machen, was als erklärter Anspruch zu lesen ist und nicht als belegte Kennzahl. Zu den Kundenstimmen auf der Startseite zählen eine Ärztin am Kantonsspital Winterthur, ein pensionierter Swissair-Mitarbeiter, ein Privatkundenberater der Bank Cler, eine Familie aus Uerzlikon, eine Kundin aus der Customer-Relations-Abteilung von Skyguide am Flughafen Dübendorf sowie eine Analystin der Universität Zürich, die Tobias von Monkiewitsch als fliessend in Deutsch und Englisch beschreibt. Ein Ehepaar, ehemals bei der UBS beschäftigt, berichtet, sein Haus sei nach einer Neubewertung und neuem Fotomaterial innerhalb von 7 Tagen zu einem deutlich höheren Preis verkauft worden, als erwartet. Auf Google zeigt die Startseite eine Bewertung von 4.8.
Honorar und Kosten
Zum Honorar äussert sich das FAQ direkt: Das Mäklerhonorar sei erst beim erfolgreichen Verkauf fällig, bei einem Nichtverkauf entstünden keine Kosten, und das Honorar sei „marktüblich" und richte sich nach Verkaufspreis und Volumen des Verkaufsauftrages. Einen Prozentsatz oder eine Mindestsumme nennt die Website an keiner Stelle, weder im FAQ noch anderswo. Zusätzliche oder versteckte Kosten schliesst das FAQ ausdrücklich aus. Die Immobilienbewertung und das Erstgespräch sind, wie oben beschrieben, kostenlos und unverbindlich; wer eine feste Zahl vor dem ersten Gespräch sucht, findet sie auf dieser Website nicht.
Für wen sich das eignet
Am stärksten ist dieses Angebot dort, wo die Website es auch selbst positioniert: bei privaten Verkäufen im Raum Winterthur, insbesondere wenn eine Trennung oder Scheidung die Immobilienfrage zusätzlich verkompliziert. Die 5-phasige Wissensplattform mit Fallstudien und eigenen Denkmodellen zu Tragbarkeit und Bewertung nach einer Trennung findet sich in dieser Ausführlichkeit bei kaum einem anderen Winterthurer Makler, und die persönliche Betroffenheit des Beraters gibt dem Thema eine Glaubwürdigkeit, die eine reine Marketingaussage nicht hätte. Wer dagegen eine Erbengemeinschaft betreut und dafür ebenso viel Tiefe erwartet wie beim Scheidungsthema, findet auf der Website bislang nur das eine Erklärvideo, keine vergleichbare Plattform. Und wer vor der ersten Kontaktaufnahme eine feste Provisionsspanne schwarz auf weiss sehen will, muss sich mit der Auskunft begnügen, das Honorar sei „marktüblich" und werde erst im persönlichen Gespräch konkret, was für preissensible Verkäuferinnen und Verkäufer ein echter Unsicherheitsfaktor bleibt, bis dieses Gespräch stattgefunden hat. Für alle anderen liefert der Auftritt ungewöhnlich viele überprüfbare Anhaltspunkte: benannte Referenzobjekte mit Verkaufsdauer, benannte Referenzpersonen mit Beruf und Arbeitgeber sowie eine mehrfach wiederholte Erfolgsbilanz, was in der Winterthurer Maklerlandschaft nicht selbstverständlich ist.