Helmut Höhn Immobilien GmbH
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Wer bei Helmut Höhn Immobilien in Horgen anfragt, bekommt zwei Werkzeuge, bevor überhaupt ein Termin vereinbart ist: ein Marktwertermittlungstool für die eigene Liegenschaft und einen eigenen Grundstückgewinnsteuer-Rechner. Beide stehen auf der Website frei zugänglich, ohne Anmeldung und ohne Auftrag. Das Marktwerttool kostet laut eigener Angabe 0.- CHF und wird als "unverbindlich & sicher" beworben. Wer als Verkäufer zuerst selbst rechnen will, bevor er sich für einen Makler entscheidet, kann das hier tun, ohne das Büro je betreten zu haben.
Ein Ein-Mann-Büro mit eidgenössischem Fachausweis
Hinter der GmbH steht praktisch eine einzige Person: Helmut Höhn selbst, auf der eigenen Über-uns-Seite als "Immobilienvermarktler mit eidg. Fachausweis" ausgewiesen. Der ganze Text dieser Seite ist in der Ich-Form geschrieben, "Ich berate Sie gerne, ohne jede weitere Verpflichtung" steht dort, ebenso "ich habe das Konzept persönlich statt digital entwickelt". Vor der Immobilienbranche war Höhn nach eigener Aussage "in namhaften Unternehmen als Verwaltungsrat, Geschäftsführer und Einkaufsleiter tätig". Namen dieser Unternehmen nennt die Website nicht, aber die drei Funktionstitel geben einen konkreten Eindruck seines beruflichen Werdegangs, weg von der reinen Vermittlung, hin zu Führungserfahrung. Sein Fachwissen im Immobilienbereich führt er auf "laufende Aus- und Weiterbildungen, unter anderem auch am SVIT Zürich" zurück. Das macht ihn nicht ausdrücklich zum SVIT-Mitglied, zeigt aber eine erkennbare Anbindung an den Zürcher Branchenverband.
Das Büro liegt am Dorfplatz 1 in 8810 Horgen, direkt neben dem Notariat. Vermieter ist, wie Höhn im gleichen Text mit sichtbarer Freude erwähnt, die Bank Zimmerberg, wörtlich bedankt er sich bei "meinem Vermieter, der Bank Zimmerberg". Wer die Adresse kennt, findet das Büro am zentralen Platz des Bezirkshauptorts, zwischen Notariat und Bank, eine Lage, die Höhn selbst als "grosses Glück" bezeichnet und die für ein Immobilienbüro kaum symbolischer sein könnte.
Drei Strategien statt einem Standardauftrag
Statt eines einzigen Verkaufsmandats bietet die Website Privatkunden drei benannte Strategien an. "Strategie 1: Maximaler Gewinn" richtet sich an Eigentümer, die schlicht den besten Preis erzielen wollen. "Strategie 2: Projektentwicklung" beschreibt Höhn selbst mit dem Satz "Transformation statt Transaktion": statt die Liegenschaft im jetzigen Zustand zu verkaufen, sucht das Büro "Wege und Partner", um aus einer alten Immobilie modernen Wohnraum zu entwickeln und den Ertrag gegenüber einem einfachen Verkauf zu vervielfachen. "Strategie 3: Verkauf mit Stil" ist für Eigentümer gedacht, die einen Lebensabschnitt abschliessen, allein, zu zweit oder als Familie, und dabei auch auf die Wahl der Nachfolger und der künftigen Nachbarn Wert legen. Drei Varianten für drei unterschiedliche Ausgangslagen also, statt eines Formulars, das für jeden Verkauf gleich aussieht.
Wer die Provision zahlt, entscheiden Sie
Bei der Vergütung geht Höhn einen Weg, der zumindest ungewöhnlich offen kommuniziert ist. Auf der Seite für Privatkunden steht unter der Überschrift "Über die Provision entscheiden Sie !" die Begründung, am Zürichsee herrsche "nach wie vor ein Verkäufermarkt", das Angebot sei kleiner als die Nachfrage, weshalb es "wenig Sinn" mache, dass ein Verkäufer für den eigenen Verkauf bezahlen solle. Konkret bestimmen laut Website Verkäufer selbst, ob Käufer oder Verkäufer die Provision übernehmen. Es gebe im eigenen Kundenstamm Kaufinteressenten, die "bei Erfolg gerne die Provision übernehmen", sodass der Verkäufer in diesem Fall "keine Provision" zahlt. Umgekehrt gilt für Käufer mit einem Suchauftrag das Gegenteil: Wer eine Liegenschaft sucht, übernimmt "als Käufer bei Abschluss die Provision", bekommt dafür aber persönliche Information über passende Objekte und ein Angebot im Direktkontakt, "noch bevor das Objekt öffentlich angeboten wird".
Eine Prozentzahl für die Höhe der Provision nennt die Website nirgends, weder auf der Seite für Privatkunden noch anderswo im geprüften Angebot. Wer den genauen Satz wissen will, muss ihn im persönlichen Gespräch erfragen. Was die Website dafür konkret beschreibt, ist die Gegenleistung für diese Provision: "die umfangreiche Schätzung mit den Instrumenten, wie sie auch die Banken benutzen", Dokumentation und Inserate mit professionellen Fotos, die Durchführung der Besichtigungen sowie die Verkaufsabwicklung inklusive Verträgen und Grundbuchtermin.
Von der Akquisition bis zur Beurkundung
Für Geschäftskunden beschreibt die Website den Ablauf in drei Schritten: Planung des Vermarktungskonzepts, Umsetzung nach den Vorstellungen des Eigentümers, dann der eigentliche Verkaufsprozess mit "Aquisition, Besichtigungen, Nachbearbeitung, Verhandlungen, Reservation, Kaufvertrag, Beurkundung, Reporting". Höhn wird auf derselben Seite zitiert, unterschrieben als Inhaber: "Erfolge erzielt man durch eine klare Vision und konsequente Umsetzung." Der Zusatz Inhaber bestätigt noch einmal, dass er auch rechtlich der alleinige Kopf der GmbH ist.
Auf der gewerblichen Seite vermarktet das Büro auch Flächen jenseits von Wohnraum. Zum Zeitpunkt der Recherche standen Gewerbeflächen von 20 bis 750 m² im Angebot, nutzbar "als Büro, Praxis, Atelier oder für die Produktion", laut eigener Beschreibung aber ebenso für Events, Ausstellungen, Firmenanlässe oder einen befristeten Pop-up-Store, bei Bedarf inklusive einer temporären Überbrückungswohnung für den Betreiber. Das zeigt, dass sich das Büro nicht auf Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen beschränkt, sondern auch gewerbliche Mandate mit ungewöhnlichen Nutzungskonzepten übernimmt.
Der eigene Grundstückgewinnsteuer-Rechner
Der zweite Rechner auf der Website richtet sich an Verkäufer, die wissen wollen, was vom Gewinn nach Abzug der Steuer übrig bleibt. Die zugehörige Seite erklärt die Grundstückgewinnsteuer als Spezialsteuer, die "von den Kantonen (und teilweise den Gemeinden) auf den Wertzuwachs von Immobilien erhoben wird", fällig, "sobald eine Liegenschaft veräussert wird und der Verkaufspreis höher ist als die ursprünglichen Anlagekosten". Die Formel, mit der der Rechner arbeitet, nennt die Seite selbst: Verkaufserlös minus Anlagekosten ergibt den Grundstückgewinn. Ein eingebettetes Tool übernimmt die eigentliche Berechnung, konkrete kantonale Steuersätze nennt die Seite dabei nicht, was angesichts der von Kanton zu Kanton völlig unterschiedlichen GGSt-Tarife kaum anders zu erwarten ist. Als eigenständige, dauerhaft verfügbare Unterseite geht dieses Tool über einen einzelnen Blogbeitrag zum Thema klar hinaus.
Lage: Zürichsee und Knonaueramt
Auf mehreren Seiten wiederholt sich dieselbe Selbstbeschreibung: "Ihr persönlicher Immobilienpartner am Zürichsee und im Knonaueramt." Das deckt sich mit dem, was die aktuellen Immobilienangebote der Firma zeigen, darunter ein Einfamilienhaus und die erwähnten Gewerbeflächen, beide in Horgen selbst gelegen, daneben einzelne Objekte auch ausserhalb der engeren Region. Der Bezirk Horgen, an dessen Hauptort das Büro seinen Sitz hat, liegt am linken Zürichseeufer und grenzt direkt an das Knonaueramt, was die geografische Selbstbeschreibung der Website deckungsgleich mit der tatsächlichen Lage macht.
Was die Website nicht sagt
Ein Team abseits von Helmut Höhn selbst zeigt die Website nicht, keine weiteren Namen, keine Mitarbeiterzahl. Auch ein Gründungsjahr der GmbH wird nirgends genannt. Wer eine grosse Agentur mit mehreren Beraterinnen und Beratern sucht, findet hier eher das Gegenteil: einen einzigen Ansprechpartner, der nach eigener Aussage direkt selbst entscheidet, weil er "keiner trägen Verwaltung" angehört. Für alle, die genau das wollen, persönlichen Kontakt statt Callcenter, ist das ein Vorteil. Für alle, die lieber ein grösseres Team im Rücken wissen, ist es die Einschränkung, die man vorher kennen sollte.
Wer in Horgen oder der näheren Umgebung verkaufen will und zuerst selbst rechnen möchte, findet mit dem Marktwerttool und dem Grundstückgewinnsteuer-Rechner zwei kostenlose Ausgangspunkte, bevor überhaupt ein Auftrag zur Debatte steht. Die Provisionsfrage klärt sich danach im persönlichen Gespräch, offen in der Struktur, aber ohne genannte Prozentzahl, und mit der Aussicht, als Verkäufer am Zürichsee unter Umständen gar nichts davon zu bezahlen.